Claudia Smiatek und Sigmar Solbach: Ein Leben zwischen Kunst und
Sigmar Solbach: Ein Leben für Bühne, Fernsehen und Liebe

Anfänge und Aufstieg
Sigmar Solbach wurde am 3. Oktober 1946 im sauerländischen Olpe geboren. Nach dem Abitur in Marburg entschied er sich für eine künstlerische Laufbahn und besuchte drei Jahre lang die Westfälische Schauspielschule in Bochum. Sein Bühnendebüt gab er anschließend am Schauspielhaus Bochum.
In den 1970er-Jahren spielte er unter anderem am Theater Oberhausen, am Hessischen Staatstheater Wiesbaden und an den Städtischen Bühnen Augsburg. Schon früh fiel er durch große Bühnenpräsenz, sprachliche Präzision und emotionale Tiefe auf. Als freischaffender Schauspieler übernahm er später Rollen an renommierten Häusern wie dem Theater des Westens, der Komödie am Kurfürstendamm sowie auf den Festspielen in Bad Hersfeld und Wunsiedel.
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Durchbruch im Fernsehen
Das deutsche Fernsehpublikum lernte Solbach Mitte der 1970er kennen, zunächst als Robert von Haynau in Fritz Umgelters Verfilmung Der Winter, der ein Sommer war. 1978 überzeugte er erneut als junger Iwan Turgenjew in Väter und Söhne.
In den 1980er-Jahren wurde er schließlich zu einem der beliebtesten Fernsehgesichter Deutschlands. Serien wie Pauli Landungsbrücken, Diese Drombuschs, Berliner Weiße mit Schuß, Schöne Ferien und Hans im Glück machten ihn zu einem Publikumsliebling. Kultstatus erreichte er in Die Guldenburgs, wo er als Jan Balbeck gegen die einflussreiche Brauerei-Dynastie kämpfte.

Fernsehikone Dr. Stefan Frank
Der größte Erfolg seiner TV-Karriere war die Rolle des Dr. Stefan Frank in der RTL-Serie Der Arzt, dem die Frauen vertrauen. Der Pilotfilm 1995 erreichte Rekordquoten, und Solbachs Darstellung des empathischen Frauenarztes prägte die Serie für viele Jahre. Sein Charisma, seine Ernsthaftigkeit und seine Nähe zum Publikum machten ihn zum bekanntesten TV-Arzt Deutschlands.
Bühnenkarriere und künstlerische Vielfalt
Trotz seiner Fernseherfolge blieb Solbach stets eng mit dem Theater verbunden. Bedeutende Rollen wie Hamlet, Marquis Posa in Schillers Don Carlos oder der Prinz von Guastalla in Lessings Emilia Galotti zeigten seine Vielseitigkeit.
Große Erfolge feierte er auch in komödiantischen und modernen Stücken. In Pia Hänggis Inszenierung Romantische Komödie brillierte er zwischen 2004 und 2006 als Jason Carmichael; Presse und Publikum lobten ihn als charmant, geistreich, überzeugend und emotional nuanciert.
Ebenso beeindruckend war sein Auftritt in Paul Barz’ Händel und Bach, wo er gemeinsam mit Walter Renneisen ein Duo bildete, das von Kritikern als außergewöhnlich intensiv, humorvoll und tiefgründig beschrieben wurde.

Neue Höhepunkte im modernen Theater
Zwischen 2013 und 2016 trat Solbach in der Bühnenfassung von Ziemlich beste Freunde auf und bewies erneut seine Wandlungsfähigkeit. Seine pantomimischen und sprachlichen Fähigkeiten, die in dieser Inszenierung besonders gefragt waren, wurden unter anderem in der Frankfurter Rundschau ausdrücklich gelobt.
Weitere wichtige Produktionen der letzten Jahre waren:
- Die Niere (2019) mit Verena Wengler
- Halbe Wahrheiten (2020) mit Christine Neubauer
- Auftritte in der Komödie Düsseldorf, dem Fritz Rémond Theater, dem Contra-Kreis-Theater und der Komödie im Bayerischen Hof
Mit 75 ein neues Kapitel: „Zeppelin – Das Musical“
Zu seinem 75. Geburtstag stellte sich Solbach einer neuen Herausforderung. In Ralph Siegels Musical Zeppelin verkörperte er Hugo Eckener, den Nachfolger von Ferdinand Graf von Zeppelin und eine zentrale Figur der deutschen Luftschiffgeschichte. Trotz pandemiebedingter Verschiebungen blieb Solbach dem Projekt treu und begeisterte mit einer kraftvollen, historisch fundierten Darstellung.

Claudia Smiatek: Die Frau an seiner Seite
Seine Ehefrau Claudia Smiatek spielt eine bedeutende Rolle in seinem Leben und seiner späten Karrierephase. Seit fast zwanzig Jahren sind beide verheiratet und betonen, wie wichtig gegenseitiger Respekt, Mitgefühl und Freiheit in ihrer Beziehung sind. Beide hatten zuvor gescheiterte Ehen hinter sich und sehen die gemeinsame Partnerschaft als gereifte, bewusst gelebte Verbindung.
Eine besonders prägende Erfahrung war ein schwerer Sturm vor Loutraki, Griechenland, bei dem ihr Segelboot stark verspätet den Hafen erreichte. Diese Situation stellte ihre Beziehung auf eine harte Probe, stärkte sie aber gleichzeitig enorm.
Lebensphilosophie und Glaube
Das Paar teilt einen tiefen buddhistischen Glauben, der ihnen Gelassenheit im Umgang mit Herausforderungen und Vergänglichkeit vermittelt. Der Leitsatz „Ändere, was du ändern kannst. Lass los, was du nicht ändern kannst“ prägt ihr gemeinsames Leben.
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Ein Schauspieler mit Beständigkeit
Vom klassischen Drama über moderne Komödien bis zu großen Fernsehrollen hat Sigmar Solbach eine Karriere geschaffen, die über fünf Jahrzehnte reicht. Seine Vielseitigkeit, Disziplin und Ausstrahlung machen ihn bis heute zu einer prägenden Figur der deutschen Schauspielszene.
Sein Weg zeigt, wie tief ein Leben von Kunst, Liebe und Beständigkeit geprägt sein kann.
